Oracle APEX · 08.09.2026 · 3 Min.

RAG und KI-Textgenerierung in APEX 24.2

Von der fachlichen Datenquelle bis zur kontrollierten Ausgabe: ein kompakter Einstieg für Teams, die KI-Funktionen produktiv einsetzen wollen.

Oracle APEX 24.2 erweitert die deklarativen Möglichkeiten für generative Anwendungen. Besonders interessant ist die Kombination aus AI Configurations, zusätzlichen RAG-Quellen und der Dynamic Action „Generate Text with AI“. Damit lässt sich ein KI-Schritt in eine bestehende APEX-Seite integrieren, ohne den gesamten Anwendungsfluss in eine externe Middleware zu verlagern.

Der wichtigste Grundsatz: Die KI soll nicht „alles wissen“, sondern genau den fachlichen Kontext erhalten, den die Anwendung für die aktuelle Aufgabe freigibt.

1. Mit einem klaren Anwendungsfall starten

Beginnen Sie nicht mit einem allgemeinen Chatbot. Wählen Sie eine kleine, messbare Aufgabe: etwa eine Zusammenfassung eines Supportfalls, einen Antwortentwurf für eine interne Anfrage oder die Klassifizierung eines Vorgangs. Definieren Sie dabei Eingabe, gewünschtes Ausgabeformat und eine klare Fallback-Regel für fehlenden Kontext.

2. RAG-Quelle kontrolliert anbinden

In APEX 24.2 können zusätzliche Informationen für AI-Aufrufe aus SQL, einer Function oder statischem Text bereitgestellt werden. Eine SQL-Quelle sollte nur die relevanten Datensätze liefern und sich an der aktuellen Anwendungssituation orientieren, zum Beispiel an :P10_TICKET_ID. So bleibt der Kontext klein, nachvollziehbar und bei jeder Anfrage aktuell.

  • Nur fachlich notwendige Spalten auswählen.
  • Mandanten- und Benutzergrenzen in der Abfrage berücksichtigen.
  • Keine geheimen oder personenbezogenen Daten unkontrolliert in Prompts übernehmen.

3. „Generate Text with AI“ als Seitenschritt nutzen

Die Dynamic Action eignet sich für einen expliziten Benutzerimpuls: Ein Button kann aus den sichtbaren Formularwerten einen Entwurf erzeugen und in ein Textfeld schreiben. Das Ergebnis sollte als Vorschlag behandelt werden. Ein Review-Schritt, eine Änderungsmöglichkeit und ein nachvollziehbares Speichern gehören in den Prozess – besonders bei Kommunikation nach außen.

4. Qualität und Kosten messbar machen

Protokollieren Sie zunächst nicht den kompletten Prompt mit sensiblen Inhalten, sondern Metadaten wie Anwendungsfall, Laufzeit, Status und verwendete Konfiguration. Legen Sie einige reale Testfälle als Regressionstest ab. Prüfen Sie außerdem, ob längere RAG-Kontexte tatsächlich bessere Antworten erzeugen oder nur Kosten und Laufzeit erhöhen.

Fazit

APEX 24.2 macht den Einstieg in RAG-gestützte Funktionen deutlich direkter. Der produktive Vorteil entsteht aber erst durch gute Datenabgrenzung, einen kleinen Anwendungsfall und einen verpflichtenden fachlichen Review. Wer diese drei Punkte sauber umsetzt, kann KI-Funktionen schrittweise in bestehende APEX-Anwendungen integrieren.

Weiterführend: Was ist neu in Oracle APEX 24.2? und die offiziellen Release Notes.